Der Beginn

100 Dollar, neun Aktien und… geschlossene Märkte

Gestern habe ich begonnen. 100 Dollar investiert. Neun Positionen gekauft. Ein kleines, bunt gemischtes Mini-Portfolio aufgebaut. Offiziell bin ich jetzt Miteigentümer von Weltmarken, Chipgiganten, Banken, Salatketten und veganen Burgerträumen.

Und das Beste daran?
Ich habe noch exakt null Ergebnis.
Die Börse öffnet nämlich erst am Montag.

Das ist vermutlich der ruhigste Moment meiner noch jungen Investorenkarriere. Mein Depot zeigt exakt das, was ich eingezahlt habe. Keine Euphorie. Keine Panik. Kein nervöses Prozentzeichen. Es ist die finanzielle Version von „Der Motor läuft, aber das Auto steht noch in der Garage“.

Gestartet hat alles mit 100 Dollar und einer klaren Regel: Es wird nichts nachgeschossen. Kein „ach komm, noch schnell 50 hinterher“. Kein Rettungsversuch bei Minus fünf Prozent. Diese 100 Dollar sind ein abgeschlossenes Experiment.

Bevor ich gekauft habe, habe ich eine KI gefragt. Keine Raketen-Emojis, keine „All in“-Rufe. Sondern der sehr langweilige, sehr vernünftige Rat: Streuen. Mischen. Nicht alles auf eine Idee setzen. Ein bisschen Stabilität, ein bisschen Zukunft, ein bisschen Spekulation.

Und so sitze ich jetzt da, offiziell beteiligt an:

Coca-Cola – Zuckerwasser mit Weltmachtstatus.
Nvidia und ASML – Hightech für die digitale Zukunft.
UniCredit – klassische Bankenwelt.
Ein globaler ETF – damit ich sagen kann: „Ich bin breit diversifiziert.“
Sweetgreen und Beyond Meat – Salat und vegane Burger als Börsenabenteuer.
Clover Health – Gesundheit trifft Software.
SMHI – noch ein Hauch Technologie.

Alles echt. Keine Simulation. Kein Spielmodus. Nur eben in Miniatur.

Das Ironische ist: Emotional fühlt es sich bereits groß an. Obwohl objektiv noch nichts passiert ist. Keine grüne Zahl, keine rote Zahl – nur Vorfreude auf Montag.

Und vielleicht ist genau das der eigentliche Beginn. Nicht der Gewinn. Nicht der Verlust. Sondern dieses seltsame Gefühl, jetzt offiziell im Spiel zu sein. Während die Märkte noch schlafen, sitze ich da wie ein frischgebackener Aktionär und warte darauf, dass die Kurse anfangen zu atmen.

Montag wird zeigen, ob mein Mikrokonzern wächst, schrumpft oder einfach nur freundlich winkt.

Bis dahin bin ich Investor im Wartemodus.

Und ganz ehrlich: Selbst das fühlt sich schon ein kleines bisschen aufregend an.

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